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Aufführung der Kinderoper von Benjamin Britten macht auch Neulingen viel Spaß
[Clara Walther] - Südstadt. Beim Schlussgesang geben die jungen Künstler noch einmal alles. Das Halleluja schallt durch die Lutherkirche, Zebra, Löwe, Pferd, Hund und Federvieh sind gerettet - die Arche Noah hat die Flut überstanden, und Mensch und Tier haben endlich wieder festen Boden unter den Füßen.
Bereits zum zehnten Mal hatte der Bach-Verein Köln zur Aufführung der Kinderoper "Noah und die Flut" eingeladen. Doch von gelangweilter Routine war nichts zu spüren. Das ist nicht verwunderlich, denn auch diesmal standen einige der beteiligten Kinder zum allerersten Mal auf einer Bühne. "Das Besondere an unserem Musikprojekt ist, dass die Tiere bei den unterschiedlichen Aufführungen immer wieder von anderen Schulklassen gespielt werden. Auf diese Weise können wir ganz vielen Kindern die Möglichkeit geben, mit Opern-Musik in Berührung zu kommen", erklärte Martin Füg, der Vorsitzende des Bach-Vereins.
Sabine Spanier ist eine der Lehrerinnen, die mit ihrer Klasse aus der Carl-Orff-Schule Hürth an der Kinderoper teilgenommen hat. "Den Kindern haben die Proben und die Aufführung riesigen Spaß gemacht", erzählte sie. "Und ich war ganz angetan davon, dass der musikalische Leiter mehrfach in unsere Schule gekommen ist, um mit den Kindern zu proben." Tatsächlich hatte der musikalische Leiter Thomas Neuhoff in den letzten eineinhalb Jahren allerhand zu tun. Er tourte durch die verschiedenen Schulen, um Noahs Tiere gesanglich auf Vordermann zu bringen. Meist waren es Grundschüler, die mitsamt ihren Tiermasken aus Pappmaschée vor der großen Flut gerettet werden wollten. Neben der wechselnden Besetzung probte Neuhoff außerdem mit seinem Stamm-Ensemble. Die Rollen von Noah und seiner Gattin hatten mit Erik Sohn (Bartion) und Ilse Hirschner (Mezzosopran) zwei professionelle Sänger übernommen. Die anderen Solostimmen sangen Kinder des Kinderchors der Lukaskirche Bonn.
"Bei unseren Chorproben in der Lukaskirche gehen die Kinderstimmen oft unter", erklärte die zwölfjährige Charlotte Bennemann, die schon seit Jahren unter Neuhoffs Anleitung singt. "Bei der Kinderoper ist das ganz anders. Hier dürfen wir auch mal alleine eine Passage singen - und dann hört uns das Publikum auch." Dass Kinder mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung an einem solchen Projekt teilnehmen, ist keine Erfindung des Bach-Vereins. Vielmehr hat der Komponist der Oper, Benjamin Britten, in den 1950er Jahren das Werk mit genau diesem Vorsatz geschrieben: Für alle Musikinteressierten sollte es eine Möglichkeit geben, mitzuspielen, egal, ob es sich um den Anfäger auf der Blockflöte handelt, den fortgeschrittenen Geigenspieler oder den hochausgebildeten Sänger.
Und so standen auch bei der Aufführung des Bach-Vereins kleine und große Künstler nebeneinander auf der Bühne. Schade war allerdings, dass die Kinder, die die Tiere spielten, den größten Teil der Aufführung hinter der Arche Noah aus Pappe verschwanden, sodass das Publikum nur mit Mühe einen Blick auf die Nachwuchssänger erhaschen konnte. Stolz und glücklich waren die Grundschulkinder nach ihrer Aufführung dennoch. Und der Bach-Verein Köln möchte das erfolgreiche Projekt auch in Zukunft fortführen. Gemeinsam mit seinem Team plant Neuhoff nun, die Kinderoper "Brundibar" von Hans Krásá aufzuführen. Schulklassen, die daran teilnehmen möchten, können im Internet Kontakt aufnehmen. info@bach-verein.de [erschienen in: Kölnische Rundschau, 03.05.2007, Rubrik: Stadtteile Süd]
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