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Acht Ensembles luden zur "Romantischen Chornacht"
[jz] - Seit 1994 machen Kölns Laiensänger im Arbeitskreis Kölner Chöre gemeinsame Sache bei der Überwindung dessen, was sie existentielle Schwierigkeiten nennen. Im Klartext: Man geht sich organisatorisch zur Hand, trägt gemeinsam Finanzrisiken und betreibt eine Konzertreihe in der Philharmonie. Deren diesjährige Auflage war nun am Freitag als "Romantische Chornacht" zu erleben.
Hätte jeder Mitwirkende nur einen Angehörigen ins Publikum gesetzt, es wäre noch ein ganzes Eckchen voller gewesen. Auch wenn die Organisatoren nicht müde werden, den kooperativen Aspekt ihres Projektes zu betonen - wenn sich acht Chöre nacheinander die Bühne teilen, wird kaum jemand behaupten, keine Qualitätsvergleiche unter ihnen anstellen zu wollen. Nicht ganz ideal kamen der Rheinische Kammerchor Köln, Oratorienchor Köln und KölnChor dabei weg, deren sängerische Leistungen unter der üppigen Orgelbegleitung häufig kaum auszumachen waren.
Den Glanzpunkt der ersten Konzerthälfte setzte die Kölner Kurrende mit Brahms' Liebesliedern op. 52, in einer nur schwer verbesserbaren kammermusikalischen Viatlität. Nach der Pause kam der Philharmonische Chor mit Ernst Tochs Sprachfuge wieder gut in Fahrt, nachdem seiner Brahms-Auswahl zuvor peu à peu etwas die Puste ausging. Was sich aus Brahms machen lässt, hörte man danach dann noch mal von der Kartäuserkantorei, in ihrer fabelhaft klaren Diktion und stimmlichen Beweglichkeit fraglos eine der Kostbarkeiten des Abends.
Der Bach-Verein hat Hugo Wolfs Elfenlied angesichts seiner Besetzungsstärke mit bemerkenswerter Durchsichtigkeit gesungen und Wolfs sängerisch anspruchsvollen "Feuerreiter" mit großer Suggestionskraft ausgestattet. Danach zeigte sich der Rodenkirchener Kammerchor den technischen Anforderungen von Dvoráks mährischen Klängen op. 32 zwar gewachsen, allerdings hätte ihnen ein bisschen mehr Temperament gut gestanden. Zu guter letzt sangen alle mit dem Publikum gemeinsam Max Regers Satz des "Abendliedes". Ein hübscher Schluss. [erschienen in: Kölnische Rundschau, 29. Mai 2007]
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