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[Matthias Corvin] - Köln. Und noch ein "Weihnachtsoratorium" erfreute in der ausverkauften Philharmonie. Der Bach-Verein hatte mit den Kantaten 1, 4, 5 und 6 eine kluge Auswahl getroffen; besonders die beiden mittleren werden oft ausgespart. Dabei bieten sie reizvolle Momente.
Dazu gehört etwa in der Kantate Nr. 4 die Echo-Arie "Flößt, mein Heiland, flößt dein Namen". Darin zeigte sich die kurzfristig für Monika Mausch eingesprungene Sopranistin Susanna Martin als empfindsame Gestalterin. Ihre jugendlich-frische Stimme passte bestens zu dem ganz auf das süße Jesuskind gerichteten Text. Auch die übrigen Solisten hatte Chorleiter Thomas Neuhoff fein ausgewählt, allen voran der mit seinem hellem Tenor die Evangelistenpartie sowie seine Arien überlegen gestaltende Gerd Türk. Doch auch Christine Wehler (Alt) und Erik Sohn (Bass) ergänzten das Solistenquartett angenehm.
Natürlich überzeugte in dieser Matinee wiederum der Chor des Bach-Vereins. Mit klarer Diktion und kraftvollen Stimmen gab er den Chorsätzen eine eigene Farbe. Bereits der bekannte Eröffnungschor "Jauchzet, frohlocket" ertönte schlank und beweglich, dabei dennoch kompakt und griffig im Klang. Dieses Erfolgsrezept ging jedenfalls bis zum großen Schlusschoral blendend auf.
Die Neue Düsseldorfer Hofmusik war der richtige Begleiter für diese Gangart. Das Orchester spielte mit markanten Akzenten und dennoch gut abgestuft in den Instrumentengruppen. Die Arien wurden mit schönen Solo-Einlage bereichert. Leider klangen die Blechbläser nicht immer sauber. Sei's drum. Das eifrig beklatschte Konzert hinterließ einen prächtigen Eindruck und stimmte wunderbar auf die Festtage ein. [erschienen in: Kölnische Rundschau, 24.12.2007]
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[MaS] - Festlich-vorweihnachtliche Stimmung vermag die unwirtliche Aufführungszeit nicht zu neutralisieren. Auch für sehr gute Chöre - wie es derjenige des Kölner Bach-Vereins ist - ist "elf Uhr morgens" ein Problem, da sind die Stimmen einfach noch nicht so gut geölt. Und das Bach'sche Weihnachtsoratorium ist, wenn man es recht angeht, ein schweres Werk. So konnte sich denn die Klasse dieses Ensembles in der Philharmonie auch erst nach der Pause - in den Kantaten 5 und 6 - so richtig zeigen. "Ehre sei dir, Gott, gesungen" etwa geriet, mit leicht swingenden Synkopen und schön abrollenden Koloraturen, in allen Gruppen zu einem Exempel an lichter, unangestrengter, beschwingt-kontrollierter Freude. Im ersten Teil (Kantaten 1 und 4) aber gab es - und dies an Stellen, wo man es gar nicht vermutet hätte - arge Detonationen, die in dem gediegenen klanglichen Umfeld wie Ohrfeigen wirkten. Wie gesagt: Morgenstund hat nicht immer Gold im Mund.
Thomas Neuhoff am Pult legte tendenziell rasche bis sportive Tempi vor, denen auch die Neue Düsseldorfer Hofmusik auf Originalinstrumenten geschmeidig und konzentriert zu entsprechen vermochte (herausragend: Trompeten und Oboen). Ein erfrischend unsentimentaler Interpretationsstil, der allenfalls einigen Chorälen schlecht bekam - hier wäre ein höheres Maß an Verinnerlichung nicht übel gewesen. Relative Schwachpunkte der insgesamt weit überdurchschnittlichen Aufführung waren die Solisten (mit Ausnahme der Altistin Christine Wehler). Niemand wird Susanna Martin, Gerd Türk und Erik Sohn Musikalität und Stilgefühl absprechen wollen, aber Fülle und Kraft der Stimmen reichen einfach nicht hin - angesichts der sehr präsenten und aktiven instrumentalen Begleitung vor allem in den Arien. [erschienen in: Kölner Stadt-Anzeiger, 24.12.2007]
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