JOHANNESPASSION

JOHANN SEBASTIAN BACH:
Johannespassion BWV 245 für Soli, Chor und Orchester

Kölner Chorkonzerte
Arbeitskreis Kölner Chöre gemeinsam mit KölnMusik

Sonntag, 27. Februar 2005 um 11 Uhr
Köln, Philharmonie

Ausführende:
Cornelia Samuelis (Sopran), Annette Markert (Alt), Andreas Post (Tenor), Klaus Mertens (Bass), Chor des Bach-Vereins Köln, Johann Christian Bach Akademie, Ltg.: Thomas Neuhoff
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Kurzeinführung

Die Johannespassion, Bachs zweite große Vokalkomposition nach dem Magnificat, entstand während der Fastenzeit des Jahres 1724 und wurde in der Karfreitags-Vesper der Leipziger Nikolaikirche am 7. April uraufgeführt. Für die Thomaskirche schuf Bach ein Jahr später eine zweite Fassung, der noch mindestens zwei weitere, z.T. die unterschiedlichen Aufführungsbedingungen berücksichtigenden Versionen folgten. Nach der Aufführung der letzten Fassung des Jahres 1749, die im Wesentlichen der ursprünglichen Komposition entspricht, geriet die Johannespassion, die mit ihrer Kombination von biblischen Bericht, Kirchenliedstrophen und freier Dichtung dem Typus der oratorischen Passion entspricht, in Vergessenheit. Sie erklang erstmals wieder 1834, also vier Jahre nach der berühmten Aufführung der Matthäuspassion durch Felix Mendelssohn Bartholdy. Mit dieser höchst verdienstvollen Wiederaufnahme sollte die Berliner Singakademie unter der Leitung von Carl Friedrich Rungenhagen mehr als ein Jahrhundert lang die Interpretationen der bachschen Passionsoratorien entscheidend prägen.




"Bachs Johannes-Passion - Von den Gefahren judenfeindlichen Hörens"

Freitag, 18. Februar 2005
18.15 Uhr
Antoniterkirche Köln
Einführungsvortrag zum Konzert ...

in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie Köln

Mit dem Theologen Prof. Dr. Johann Michael Schmidt, Thomas Neuhoff und dem Chor des Bach-Vereins Köln


Wie oft hat man das als Liebhaber der Kirchenmusik schon erlebt: Die ‚Jüden’, wie es bei Bach altertümlich heißt, holen ganz tief Luft und fallen in kunstvoller Kontrapunktik über Jesus Christus her. Ätzender Spott und beißender Hohn quellen aus ihren Mündern, und jedes Wort klingt wie ein Peitschenhieb. Je eindrucksvoller und dramatischer die ‚Jüden’ in den Turba-Chören der Johannespassion giften und geifern, desto ‚besser’ ist die Aufführung nach künstlerischen Maßstäben gemessen. Desto bedenklicher, verstörender, ja ärgerlicher ist sie zugleich in theologischer, historischer und menschlicher Hinsicht. Denn das Bild von den Semiten, das dabei gezeichnet wird, hat mit der historischen Wahrheit nichts zu tun... .
Prof. Dr. Johann Michael Schmidt setzt sich bei seinem Vortrag mit der Problematik einer diffamierenden Darstellung der Juden im Oratorienlibretto der bachschen Johannespassion auseinander.




Presse-Echo