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Seltenes Kleinod: Bach-Verein präsentiert im Alten Pfandhaus Schumanns "Der Rose Pilgerfahrt"
[Matthias Corvin] - "Einfach" und "eindringlich" sollte das neue Oratorium sein. Robert Schumanns Notizen zu "Der Rose Pilgerfahrt" verraten einen Rückzug ins Märchenhafte. Im Grunde wandelte sein Dichter Moritz Horn die Kernstory aus Wagners "Lohengrin" ins Private: Die kleine Elfe Rosa möchte zu den Menschen, um echte Liebe zu erfahren. Doch nach der Heirat mit einem Müllersohn muss sie die Erde wieder verlassen und wird als Engel im Himmel erhöht.
Der Bach-Verein hat dieses seltene Werk einstudiert und im Alten Pfandhaus vorgestellt. Die neue Spielstätte im Severinsviertel eignet sich perfekt für die intime Atmosphäre - schließlich wurde das Oratorium 1851 auch im geräumigen Düsseldorfer Wohnzimmer der Familie Schumann uraufgeführt. Es gibt kein Orchester, sondern einen anspruchsvollen Klavierpart. Erst später wurde das Stück instrumentiert.
In rezitierten Briefen gaben Susanne und Ludwig Egener zunächst einen lebendigen Eindruck von Schumanns rheinischen Jahren. Im liedhaften Oratorium entdeckte der Bach-Verein unter Leitung von Thomas Neuhoff dann so manche Kostbarkeit. Elfenstimmen und Männerchor erzählten von einem kindlichen Geisterreich und Landleben jenseits der Ziviisation.
Trotz der trockenen Akustik des Pfandhaus-Ovals brachte der Chor die Partitur klangvoll zur Geltung, einige Chorsänger setzten schöne Akzente. Susanne Niebeling (Sopran) als Rosa und Lothar Blum (Sopran, sic!) als Erzähler und Müllersohn warteten mit jugendlichen Stimmen auf. Neuhoffs Gespür für die Feinheiten des Stücks und James Maddox' blühendes Klavierspiel machten dieses Kleinod zu einem Erlebnis. [erschienen in: Kölnische Rundschau, 25.10.2006]
Wiederholung am 29. Oktober, 20 Uhr, Kartäuserwall 20. Karten-Tel. (0221) 482852
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