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"... Den beiden Chören gelang eine saftige Interpretation mit einem kernigen Gesangstil und klaren Akzenten. In den leiseren Passagen schnitten die Damen etwas besser ab als die Herren. Insgesamt fügte sich alles jedoch gut zusammen ..." (erschienen in: Kölnische Rundschau, 20.12.2012)
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Kölner Philharmonie
WILLIAM WALTON: BELSHAZZAR'S FEAST (Das Gastmahl des Belsazar) für Bariton-Solo, Chor und Orchester
ARTHUR HONEGGER: UNE CANTATE DE NOEL (Eine Weihnachtskantate) für Bariton-Solo, gem. Chor, Kinderchor, Orgel und Orchester
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Dienstag, 18. Dezember 2012 20 Uhr Kölner Philharmonie Netzwerk Kölner Chöre gemeinsam mit KölnMusik - Kölner Chorkonzerte
Ausführende: Klaus Mertens, Bariton; Christoph Anselm Noll, Orgel; Chor des Bach-Vereins Köln; Philharmonischer Chor der Stadt Bonn; "Kinder-Projektchor "Weihnachtskantate"; Gürzenich-Orchester Köln, Thomas Neuhoff, Dirigent
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Zu diesem Konzert veranstalteten der Bach-Verein Köln und der Philharmonische Chor der Stadt Bonn ein gemeinsames Schülerprojekt: Thomas Neuhoff stellte für die Aufführung von Arthur Honeggers "Une Cantate de Noel" einen Projektchor von rund 130 jungen Sängerinnen und Sängern zusammen, der bei der Aufführung dieser modernen Weihnachtskantate in der Kölner Philharmonie mitwirkten wird. Weitere Informationen zu diesem erfolgreichen Projekt lesen Sie hier.
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Es war das erste große Chorwerk des 1902 in der englischen Grafschaft Lancashire geborenen William Walton und geriet doch gleich zu einem Meisterstück: "Belshazzar’s Feast" eroberte nach seiner umjubelten Premiere im Rahmen des Leeds Triennal Festival am 8. Oktober 1931 im Sturm die Herzen von Publikum und musikalischer Fachwelt und wird auf der Insel als die bedeutendste Chorkomposition seit Edward Elgars "Dream of Gerontius" gepriesen. In der Tat versteht es Walton in seinem Oratorium für Bariton-Solo, (Doppel-)Chor und Orchester wie kein Zweiter, den Zuhörer durch maximale musikalische Intensität in den Bann zu ziehen – speziell durch eine äußerst plakative Tonsprache, die gleichsam Spannung, Aggressivität, Erschütterung als auch Ergriffenheit zu vermitteln vermag, sowie durch eine mitreißende, zum Teil marsch- und jazzartige Rhythmik. William Walton, der auch als Dirigent von sich reden machte und dabei – selten genug – selbst zu einem der besten Interpreten des eigenen Werks avancierte, wählt für sein 1930/31 entstandenes Opus eine mächtige Orchesterbesetzung mit gewaltigem Bläser- und Schlagwerkaufgebot. Dadurch wird ein atemberaubendes, ja stellenweise geradezu ekstatisches Klangspektrum entfaltet. Andererseits finden sich aber auch Passagen von ungewöhnlicher Kargheit oder Episoden für unbegleiteten Chor, in denen der stellenweise beißende und aggressive Textgehalt eine besonders nachdrückliche Gestaltung erfährt. Im ersten Teil des rund 35-minütigen Werks steht eine Meditation über Psalm 137 "By the waters of Babylon" im Mittelpunkt, in dem die Israeliten ihr Exilantentum und die damit verbundene Sklaverei beklagen. Den zweiten Teil leitet ein Bariton-Solo ein, das den ungeheuren Reichtum Babylons beschreibt ("Babylon was a great city"). Zentraler Abschnitt ist die musikalische Darstellung des rauschenden Festmahls von König Belsazar, in dessen Verlauf – nach einer Generalpause – die ausgelassene Festtagsstimmung kippt. Erneut ergreift der Bariton-Solist das Wort und berichtet vom Erscheinen der geheimnisvollen aramäischen Worte "Mene Tekel Upharsin" an der Palastwand, die davon künden, dass die Tage des Königs gezählt sind. Sehr kompakt werden in der Folge die Erfüllung der Prophezeiung, der Tod Belsazars und die Teilung des Reichs musikalisch nachgezeichnet, um dann abschließend dem triumphalen und ekstatischen Jubel der Israeliten und ihrer Lobpreisung Jahwes als wahrem und einzigem Gott ausführlich und imposant Gehör zu verschaffen. (Annett Reischert-Bruckmann)
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Es sollte die letzte Komposition des 1892 im französischen Le Havre zur Welt gekommenen Arthur Honegger überhaupt sein – und wurde zu einem seiner beliebtesten Werke: Die Weihnachtskantate „Une Cantate de Noël“ für Bariton, gemischten Chor, Kinderchor und Orchester entstand 1952/53 im Auftrag seines Freundes und großen Mäzens Paul Sacher aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Basler Kammerchors. Skizzen zu dieser Musik hatte Honegger jedoch bereits während des Zweiten Weltkriegs 1940/41 angefertigt. Diese waren zunächst für das groß angelegte „Selzacher Passionsspiel“ gedacht gewesen, das der zur damaligen Zeit überaus erfolgreiche Schweizer Dichter César von Arx gemeinsam mit Honegger realisieren wollte. Als dieses Projekt scheiterte, landeten die unvollendeten Entwürfe zunächst in der Schublade und wurden erst gut zehn Jahre später wieder hervorgeholt. Etwa die Hälfte des (Passionsspiel-)Materials übernahm der Tondichter, der 1948 einen schweren Herzinfarkt erlitten hatte und nicht nur mit physischen, sondern auch psychischen Problemen zu kämpfen hatte, in seine Weihnachtskantate, nahm jedoch starke Veränderungen vor und schuf so eine äußerst homogene Komposition von suggestiver Ausdruckskraft. Der Text der Kantate setzt sich aus liturgischen und populären Texten – inklusive Psalmen und einem Teil des lateinischen Gloria – zusammen. Die Komposition beginnt in Manier eines Klagelieds und erhebt sich erst langsam vom Dunkel zum Licht, das durch die Geburt Christi in die Welt getragen wird. Von besonderem Reiz ist dabei die Verflechtung traditioneller Weihnachtslieder, einem Neben- und Ineinander von lateinischer, französischer und deutscher Sprache, das – sieben Jahre nach Kriegsende – als Symbol für den Frieden zwischen den Nationen gedeutet werden kann. Es scheint alles andere als ein Zufall, dass Honegger hierfür zusätzlich einen Kinderchor vorsieht ... Die mit doppelter Holzbläserbesetzung, vier Hörnern, drei Trompeten, drei Posaunen, Harfe sowie zuweilen geteilten Streichern äußerst farbige Orchestrierung hatte Honegger im Krankenzimmer des Kantonsspitals Zürich vornehmen müssen. Die Uraufführung des rund 30-minütigen Werks fand am 18. Dezember (!) 1953, also auf den Tag genau vor 59 Jahren, in Basel unter der Leitung von Paul Sacher statt. Honegger waren zwar nach diesem Erfolg noch knapp zwei Jahre vergönnt, er zeigte sich jedoch nicht mehr imstande, weitere künstlerisch-kreative Arbeiten zu verrichten. (Annett Reischert-Bruckmann)
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Trinitatiskirche Köln in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie Köln
"Mene Tekel Upharsin - Gewogen und für zu leicht befunden" Musikalisch-theologische Einführungsveranstaltung zu William Waltons "Belshazzar's Feast" und Arthur Honeggers "Une Cantate de Noel"
Freitag, 14. Dezember 2012 19 Uhr Trinitatiskirche Köln
Ausführende: Chor des Bach-Vereins Köln, Philharmonischer Chor der Stadt Bonn, Thomas Neuhoff, Gesamtleitung
Waltons 1932 uraufgeführte Vertonung vom Aufstieg und Fall des babylonischen Tyrannen Belsazar ist in Köln noch nie zu hören gewesen, obwohl das Stück z.B. in England zu den populärsten Chorwerken überhaupt gehört. In seiner Anlage weist es erstaunliche Parallelen zu Honeggers mehrsprachiger Weihnachtskantate (1953) auf. Beide Male steht ein großer Klage-Psalm am Anfang: Bei Walton schildert Ps. 137 ( "An den Wassern zu Babylon saßen wir und weinten") die Sehnsüchte der Israeliten im Exil, Honegger lässt als "qualvollen Ruf der Menschheit nach dem Retter" Ps. 130 intonieren: "Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Herr". In der Weihnachtskantate von Honegger, die ein Theologe wohl eher als Adventskantate bezeichnen würde, bringt der Kinderchor mit seinen hellen Stimmen schließlich das Licht in die Finsternis und löst damit ein herrliches Quodlibet internationaler Weihnachtslieder aus rund 200 Chorsänger-Kehlen aus. Einhelliger Jubel und Hymnen des Dankes an Gott nach dem Tyrannentod beenden auch die zeitweise atemberaubende Spannung bei Belshazzar's Feast. Manchen Zuhörer werden die dem Untergang vorangehenden Auschweifungen und Exzesse (mit einem riesigen Orchesterapparat, der um zwei zusätzliche Blechbläsergruppen erweitert ist, besungen) an den oberflächlichen vorweihnachtlichen Konsumrausch unserer Tage erinnern: "Gewogen und für zu leicht befunden!"
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei!
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Sonntag, 2. Dezember (1. Advent) um 16 Uhr Lukaskirche Bonn (Kaiser-Karl-Ring 25, 53111 Bonn) Offenes Weihnachtslieder-Singen
Montag, 10. Dezember 2012 um Uhr Schumannhaus Endenich Bonn Komponistenportrait William Walton Ausschnitte aus "Facade", "Belshazzar‘s Feast" und "Troilus and Cressida", Lieder und Kammermusik, Auszüge aus Lady Waltons Biographie "Hinter der Fassade", mit Susanne König, Sopran, Vokalsolisten des Philharmonischen Chores, Susanne und Ludwig Egener, Rezitation, Thomas Neuhoff, Gesamtleitung
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