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"Da die Gesellschaft aus lauter Cantoren, Organisten und Stadtmusikanten bestand, die sämmtlich mit der Kirche zu thun hatten, und es überhaupt damahls noch eine Gewohnheit war, alle Dinge mit Religion anzufangen, so wurde, wenn sie versammelt waren, zuerst ein Choral angestimmt. Von diesem andächtigen Anfang gingen sie zu Scherzen über, die häufi g sehr gegen denselben abstachen. Sie sangen nemlich nun Volkslieder, theils von possierlichem, theils auch von schlüpfrigem Inhalt zugleich miteinander aus dem Stegreif so, daß zwar die verschiedenen extemporierten Stimmen eine Art von Harmonie ausmachten, die Texte aber in jeder Stimme andern Inhalts waren. Sie nannten diese Art von extemporierter Zusammenstimmung Quodlibet, und konnten nicht nur selbst recht von gantzem Herzen dabey lachen, sondern erregten auch ein eben so herzliches und unwiderstehliches Lachen bey jedem, der sie hörte." (Johann Nikolaus Forkel, 1802)
So beschreibt der erste Bach-Biograf Johann Nikolaus Forkel im Jahre 1802 den Ablauf jener – nach Beschreibungen der Bach-Söhne – jährlich in Erfurt, Eisenach oder Arnstadt veranstalteten Treffen der Großfamilie Bach, die wahrlich kleinen Musikfesten geglichen haben müssen. Lassen Sie uns gemeinsam dem Verlauf und der Freude dieser wohl einzigartigen Familienzusammenkünfte mit unserem Programm "Bach privat – Hausmusik bei Joh. Seb. Bach" nachspüren. Neben bekannten Liedern aus dem "Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach" wie "Bist du bei mir", "Willst du dein Herz mir schenken" und der kleinen Arie von der "Tobackspfeife" BWV 515a erklingt in diesem Hauskonzert auch das Quodlibet für vier Singstimmen BWV 524, in dem sich aus einem musikalischen Scherz ein albernes Musizieren entwickelt, das auch einiges aus dem Privatleben der Familie Bach durchsickern lässt ... Dazu werden in Auszügen Briefe des Thomaskantors und Familienvaters zitiert.
Ausführende: Vier Gesangssolisten Zwei Rezitatoren Thomas Neuhoff als Moderator und Cembalist Benötigtes Instrumentarium: Ein Cembalo (kann gemietet werden)
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