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Johannespassion | Judasprozess. J.S. Bach szenisch

Donnerstag, 5. März 2015, 20 Uhr
Freitag, 6. März 2015, 20 Uhr
Samstag, 7. März 2015, 20 Uhr
Trinitatiskirche Köln, Filzengraben 4, 50676 Köln

Woche der Brüderlichkeit 2015
Kölner Fest für Alte Musik 2015

Johannespassion | Judasprozess
J.S. Bach szenisch

mit Texten von Walter Jens

Dana Marbach, Sopran
Magid El-Bushra, Countertenor
Andreas Post, Tenor
Oded Reich, Bass (Jesus)
Frederik Schauhoff, Bass (Pilatus)

Schauspieler: Gregor Höppner, Judas
Björn Lukas, Pilatus
Sabine Neumann
Schüler/innen des Irmgardis-Gymnasiums Köln
Breakdancer

Chor des Bach-Vereins Köln
Concerto Köln

Videoinstallation: Diana Menestrey

Eckhardt Kruse-Seiler, Buch und Regie

Thomas Neuhoff, Dirigent

Radiobeiträge zu Johannespassion/Judasprozess

  • Interview mit Thomas Neuhoff im Rahmen der Sendung "Diesseits von Eden" (WDR 5, 1. März 2015). Hören Sie hier
  • Beitrag zu Johannespassion/Judasprozess im Rahmen der Sendung "TonArt" (WDR 3, 4. März 2015). Hören Sie hier

"Wie oft hat man das als Liebhaber der Kirchenmusik schon erlebt: Die 'Jüden’, wie es bei Bach altertümlich heißt, holen ganz tief Luft und fallen in kunstvoller Kontrapunktik über Jesus her ... Je eindrucksvoller und dramatischer die 'Jüden’ in den Turbachören der Johannespassion giften und geifern, desto 'besser' ist die Aufführung – nach künstlerischen Maßstäben gemessen. Desto bedenklicher, verstörender, ja ärgerlicher ist sie zugleich in theologischer, historischer und menschlicher Hinsicht. Denn das Bild von den Semiten, das dabei gezeichnet wird, hat mit der historischen Wahrheit nichts zu tun. Und das darf nach Auschwitz niemandem gleichgültig sein – den Bach-Hörern nicht und schon gar nicht den Musikern, die jedes Jahr Passionsmusiken einstudieren und vortragen."

Dieser 25 Jahre alte Kommentar aus der evangelischen Zeitung "Der Weg" spiegelt eine bis heute anhaltende Diskussion im christlich-jüdischen Dialog wider. Die Frage, ob der latente Antijudaismus des Johannesevangeliums in der Vertonung durch Johann Sebastian Bach bekräftigt worden ist, war deshalb bereits bei früheren Aufführungen des Bach-Vereins Köln ein Hauptthema in gemeinsam mit der Melanchthon-Akademie durchgeführten Begleitveranstaltungen.

Aber nicht nur die biblischen Texte, sondern auch manche freie Dichtung, die Bach in das Passionsgeschehen interpolierte, kann heutzutage Kopfzerbrechen bereiten und fordert einen unmittelbaren Kommentar geradezu heraus. Wird die Johannespassion (wie von Bach beabsichtigt) in einem Gottesdienst aufgeführt, kann eine Predigt genau diesen kritischen Beitrag leisten. Bei konzertanten Aufführungen wählen Dirigenten gelegentlich ergänzende Einfügungen, um der Gefahr einer judenfeindlichen Interpretation zu begegnen.

Szenische Realisierungen dieses in der Tat dramatischen Stoffes sind in den letzten Jahren immer häufiger versucht worden, in der Kirche, im Konzertsaal und in der Oper. Die Konzeption des (kirchenmusikalisch ausgebildeten) Regisseurs Eckhardt Kruse-Seiler, der Bachs Johannespassion mit Schauspiel und Breakdance anreichert und dabei auf die "Verteidigungsreden" des Judas und Pilatus von Walter Jens zurückgreift, verspricht neue Einsichten und Vertiefungen, gerade auch durch ihre Einbindung in das Gesamtprojekt "Johannespassion | Judasprozess. J.S. Bach szenisch", einem Projekt des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und des Katholikenausschusses Köln anlässlich der "Woche der Brüderlichkeit".

Der Bach-Verein Köln und das insbesondere für seine einzigartige Klangästhetik bekannte Barock-Orchester Concerto Köln freuen sich auf diese inszenierte Johannespassion besonders, weil sie, eingebunden in das Kölner Fest für Alte Musik 2015, mehr als reinen Kunstgenuss verspricht.

Der interreligiöse Dialog gab den Anstoß zu diesem Projekt. Daher ist es uns eine Freude, neben dem vielfach bewährten Evangelisten Andreas Post und dem jungen Pilatus-Sänger Frederik Schauhoff drei internationale Solisten begrüßen zu können, die aus ganz anderen Kulturkreisen zu uns kommen: Die Sopranistin Dana Marbach und der Jesus-Sänger Oded Reich stammen beide aus Tel Aviv, der muslimische Countertenor Magid El-Bushra ist gebürtiger Sudanese.

Weitere Informationen zum Projekt "Johannespassion | Judasprozess. J.S. Bach szenisch" finden Sie hier.
Hier steht Ihnen auch der Flyer zum Begleitprogrammm "Johannespassion | Judasprozess. J.S. Bach szenisch" als pdf-Datei zum Download [812 KB] zur Verfügung.